Der öffentliche Gesamthaushalt Deutschlands schloss das Jahr 2025 mit einem Finanzierungsdefizit von 127,3 Milliarden Euro ab. Damit wuchs die Finanzierungslücke gegenüber 2024 um 22,9 Milliarden Euro und erreichte das Niveau des Energiekrisenjahres 2022. Einnahmen lagen bei rund 2 081 Milliarden Euro, Ausgaben bei etwa 2 208 Milliarden Euro.
Zahlen im Überblick
Die Ausgaben des öffentlichen Gesamthaushalts stiegen 2025 um 6,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr, die Einnahmen verzeichneten ein Plus von 5,2 Prozent. Destatis weist darauf hin, dass das Defizit nicht allein vom Bund getragen wurde. Erstmals seit 2022 waren alle Ebenen des öffentlichen Sektors im Minus. Besonders betroffen waren die Kommunen, deren Finanzierungslücke mit 31,9 Milliarden Euro einen neuen Höchststand erreichte.
Unterschiede auf den Ebenen Bund, Länder, Gemeinden und Sozialversicherung
Der Bund verzeichnete eine deutliche Ausweitung seines Defizits. Die Einnahmen blieben mit 572,6 Milliarden Euro nahezu stabil, während die Ausgaben auf 658,0 Milliarden Euro stiegen. Das ergab ein Defizit von 85,4 Milliarden Euro, das damit um 34,5 Milliarden Euro höher lag als 2024. Unter anderem spiegelt sich darin die politische Entscheidung wider, Ausgaben stärker durch Neuverschuldung zu finanzieren und dafür Extrahaushalte für Verteidigung sowie Infrastruktur und Klimaschutz einzusetzen.
Die Länder erhöhten ihre Einnahmen auf 572,1 Milliarden Euro und ihre Ausgaben auf 580,8 Milliarden Euro. Das kumulierte Defizit der Länder betrug 8,7 Milliarden Euro und fiel damit um 9,5 Milliarden Euro niedriger aus als ein Jahr zuvor. Gut drei Viertel dieses Defizits entfielen auf die Stadtstaaten. Auf Länderebene gab es Überschüsse in Baden Württemberg, Hessen, Rheinland Pfalz, Sachsen und Bayern. Bayern erzielte das größte Plus mit 1,5 Milliarden Euro.
Auf Kommunalebene stiegen die Einnahmen um 4,1 Prozent auf 391,4 Milliarden Euro, die Ausgaben um 5,6 Prozent auf 423,3 Milliarden Euro. Das Ergebnis war ein Rekorddefizit von 31,9 Milliarden Euro.
Die Sozialversicherung verzeichnete Einnahmen von 936,1 Milliarden Euro, ein Anstieg um 8,3 Prozent. Dazu trugen Beitragseinnahmen in Höhe von 771,5 Milliarden Euro bei, ein Plus von 9,0 Prozent. Die Ausgaben stiegen um 7,2 Prozent auf 937,5 Milliarden Euro, sodass ein Restdefizit von 1,3 Milliarden Euro blieb. Im Vergleich zu 2024 verringerte sich die Lücke der Sozialversicherung um 9,2 Milliarden Euro.
Besondere Ausgaben und Buchungseffekte
Destatis hebt mehrere Sonderpositionen hervor, die das Ergebnis beeinflussten. Zur Stabilisierung der Sozialversicherung zahlte der Bund der Rentenversicherung einen um 6,5 Milliarden Euro höheren Zuschuss als 2024. Zudem erhielten die Bundesagentur für Arbeit Darlehen in Höhe von 1,4 Milliarden Euro, die Krankenversicherung 2,3 Milliarden Euro und die Pflegeversicherung 0,5 Milliarden Euro.
Für Investitionen in die Schienenwege stellte der Bund der Deutschen Bahn ein Darlehen über 3,0 Milliarden Euro zur Verfügung und erhöhte zugleich das Eigenkapital der Bahn um 5,3 Milliarden Euro, das sind 3,1 Milliarden Euro mehr als 2024. Die militärischen Beschaffungen stiegen auf 39,0 Milliarden Euro, ein Zuwachs von 23,4 Prozent. Diese Ausgaben werden nach deutschem Haushaltsrecht als laufende Sachausgaben ausgewiesen.
Die Ausgaben für typische Sachinvestitionen wuchsen beim Bund vergleichsweise kräftig um 10,5 Prozent, bei den Ländern um 2,6 Prozent und bei den Gemeinden um 3,5 Prozent. Die 2025 eingeführte Buchungspraxis für Bundeswertpapiere dämpfte die Ausgaben des Bundes. Die Zinsausgaben lagen gegenüber 2024 um 6,0 Milliarden Euro niedriger, was einem Rückgang um 14,1 Prozent entspricht, so Destatis.
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