Die deutschen Amtsgerichte haben im Jahr 2025 insgesamt 24 064 beantragte Unternehmensinsolvenzen registriert. Das teilte das Statistische Bundesamt mit und nannte einen Anstieg von 10,3 % gegenüber dem Vorjahr. Damit liegt die Zahl der Unternehmensinsolvenzen auf dem höchsten Stand seit 2014.
Zahlen, Zeitliche Einordnung und Vergleich
Die Statistik zeigt, dass sich der Anstieg fortsetzt nachdem die Fälle bereits 2023 und 2024 jeweils um mehr als 20 % zugenommen hatten. Höher als 2025 war die jährliche Fallzahl zuletzt 2014 mit 24 085 Fällen. Während der Finanz und Wirtschaftskrise 2009 waren mit 32 687 Fällen deutlich mehr Insolvenzen gemeldet worden.
Bei der Interpretation ist zu beachten, dass Insolvenzanträge erst nach der ersten Entscheidung des Insolvenzgerichts in die Statistik eingehen. Der tatsächliche Zeitpunkt des Insolvenzantrags liegt in vielen Fällen etwa drei Monate früher.
Forderungen und Großinsolvenzen
Die Forderungen der Gläubiger aus den im Jahr 2025 gemeldeten Unternehmensinsolvenzen beliefen sich auf rund 47,9 Milliarden Euro. Im Jahr 2024 hatten die Forderungen noch bei rund 58,1 Milliarden Euro gelegen. Den Zahlen zufolge sind die Forderungssummen trotz gestiegener Fallzahlen gesunken, weil es 2025 weniger wirtschaftlich bedeutende Großinsolvenzen gab.
Insbesondere Fälle mit einer Forderungssumme von 25 Millionen Euro und mehr nahmen im Vergleich zum Vorjahr um 15,6 % ab beziehungsweise um 49 Fälle.
Branchen und Monatswerte
Bezogen auf 10 000 Unternehmen lag die Insolvenzhäufigkeit 2025 bei insgesamt 69 Fällen. Die höchste Rate verzeichnete der Wirtschaftsabschnitt Verkehr und Lagerei mit 133 Fällen pro 10 000 Unternehmen. Es folgen das Gastgewerbe mit 108 Fällen, das Baugewerbe mit 104 Fällen sowie die Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen, zu denen unter anderem Zeitarbeitsfirmen gehören, mit 100 Fällen.
Im Dezember 2025 meldeten die Amtsgerichte 2 037 beantragte Unternehmensinsolvenzen, das waren 13,7 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Die in diesem Monat gemeldeten Gläubigerforderungen summierten sich auf 3,6 Milliarden Euro, nach 5,8 Milliarden Euro im Dezember 2024.
Verbraucherinsolvenzen und methodische Hinweise
Im Jahr 2025 wurden außerdem 77 219 Verbraucherinsolvenzen erfasst, ein Anstieg um 8,4 % gegenüber 2024. Für Dezember 2025 verzeichneten die Amtsgerichte 6 278 Verbraucherinsolvenzen, 12,3 % mehr als im Vorjahresmonat.
Die Insolvenzstatistik erfasst nur Geschäftsaufgaben, die im Zuge eines Insolvenzverfahrens ablaufen. Geschäftsaufgaben aus anderen Gründen beziehungsweise vor Eintritt akuter Zahlungsschwierigkeiten werden nicht berücksichtigt. Für die Berechnung der Insolvenzhäufigkeit wurden Angaben aus dem statistischen Unternehmensregister zum Unternehmensbestand herangezogen. Als Unternehmen gelten rechtliche Einheiten, also juristische und natürliche Personen, die eine Wirtschaftstätigkeit selbstständig ausüben.
Weitere detaillierte Ergebnisse und Tabellen sind in der Datenbank GENESIS Online unter der Tabelle 52411 sowie auf der Themenseite Gewerbemeldungen und Insolvenzen des Statistischen Bundesamtes verfügbar.
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