In deutschen Paarhaushalten ist die Frau nur selten die wichtigste Einkommensquelle. Nach ersten Ergebnissen der EU-SILC 2025 hatte in 9,9 % der untersuchten Paarhaushalte die Frau das höhere persönliche Nettoeinkommen und damit den Anteil von 60 % oder mehr am Gesamteinkommen des Paares. In 55,8 % der Haushalte war der Mann Haupteinkommensbezieher. In 34,3 % lagen die Nettoeinkommen beider Partner in etwa gleichauf.
Zahlen im Überblick
Die Angaben beruhen auf den Erstergebnissen der europäischen Statistik zu Einkommen und Lebensbedingungen EU-SILC für 2025, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden zum Internationalen Frauentag mitteilte. Als Haupteinkommensperson gilt hier diejenige Person, deren persönliches Nettoeinkommen mindestens 60 % des gemeinsamen Paareinkommens ausmacht. Zum Gesamtnettoeinkommen zählen alle Einkünfte, die einzelnen Personen zugeordnet werden können, beispielsweise Erwerbseinkommen, Renten oder Arbeitslosengeld. Haushaltseinkommen wie Kapitalerträge oder Einnahmen aus Vermietung werden nicht berücksichtigt.
Deutliche Unterschiede bei Paaren mit Kindern
Die Verteilung verändert sich mit der Anwesenheit von Kindern deutlich. Bei Paaren ohne im Haushalt lebende Kinder hatte in 11,4 % der Fälle die Frau das höhere Nettoeinkommen, der Mann war in 50,1 % der Fälle Haupteinkommensbezieher. Bei 38,5 % waren die Einkommen ähnlich hoch.
In Paarfamilien mit Kindern lag der Anteil der Haupteinkommensbezieherinnen nur noch bei 7,7 %. Knapp zwei von drei Paaren mit Kindern, 64,6 %, wiesen den Mann als Haupteinkommensbezieher aus. Bei 27,7 % der Paarhaushalte mit Kindern hatten beide Partner ein vergleichbar hohes Einkommen. Ein zentraler Erklärungsfaktor ist das unterschiedliche Erwerbsverhalten: Mütter arbeiten deutlich häufiger in Teilzeit, während Väter seltener Teilzeitbeschäftigt sind.
Entwicklung im Zeitvergleich und methodische Hinweise
Im Vergleich zu 2021 haben sich die Anteile nur leicht verschoben. Der Anteil der Frauen als Haupteinkommensbezieherinnen sank von 10,5 % auf 9,9 %. Parallel ging der Anteil der Männer von 58,8 % auf 55,8 % zurück. Dadurch stieg der Anteil der Paare mit annähernd gleich hohen Einkommen von 30,7 % auf 34,3 %.
Die Ergebnisse sind Erstergebnisse und basieren auf der seit 2020 im Mikrozensus integrierten EU-SILC Unterstichprobe. Die Hochrechnung erfolgte auf Grundlage des Zensus 2022. Die Untersuchungen beziehen sich ausschließlich auf heterosexuelle Paarhaushalte und messen das persönliche Nettoeinkommen des Vorjahres. Kinder werden als im Haushalt lebende Personen unter 18 Jahren sowie 18 bis 24 Jahre alte Personen, die ökonomisch abhängig sind, definiert. Weiterführende Tabellen und Informationen sind in der Datenbank GENESIS-Online und auf der Themenseite des Statistischen Bundesamtes zu finden.
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