Montag, 16.03.2026

Photovoltaik und Erdgas erreichen 2025 in Deutschland neue Produktionshöhen

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Marburger Post Redaktion

In Deutschland stieg die ins Netz eingespeiste Strommenge 2025 gegenüber dem Vorjahr leicht um 1,4 Prozent auf 438,2 Milliarden Kilowattstunden. Das Statistische Bundesamt weist darauf hin, dass erneuerbare Energien weiterhin die Mehrzahl der inländischen Stromerzeugung stellen. Ihr Anteil an der Stromerzeugung lag bei 58,6 Prozent. Gleichzeitig nahm die Erzeugung aus konventionellen Quellen insgesamt zu.

Erneuerbare Quellen mit unterschiedlicher Entwicklung

Die insgesamt aus erneuerbaren Energien ins Netz eingespeiste Strommenge lag 2025 bei 256,9 Milliarden Kilowattstunden und damit nahezu unverändert zum Vorjahr. Während Windenergie leicht zurückging, verzeichnete Photovoltaik einen deutlichen Anstieg. Die Stromerzeugung aus Windkraft sank um 3,6 Prozent auf 131,3 Milliarden Kilowattstunden und verringerte damit ihren Anteil von 31,5 Prozent im Vorjahr auf 30,0 Prozent.

Die Einspeisung aus Photovoltaikanlagen stieg deutlich um 17,4 Prozent auf 70,1 Milliarden Kilowattstunden. Damit erreichten sowohl die produzierte Menge als auch der Anteil der Photovoltaik am Jahresgesamtwert neue Höchststände seit Beginn der Erhebungen im Jahr 2018. Die Stromeinspeisung aus Wasserkraft fiel hingegen deutlich um 22,5 Prozent auf 15,8 Milliarden Kilowattstunden.

Konventionelle Erzeugung: Erdgas legt zu, Kohle weitgehend stabil

Die Stromerzeugung aus konventionellen Energiequellen stieg 2025 um 3,6 Prozent auf 181,3 Milliarden Kilowattstunden und machte damit 41,4 Prozent der eingespeisten Strommenge aus. Besonders hervorzuheben ist der Anstieg bei Erdgas. Die Einspeisung aus Gaskraftwerken wuchs um 10,2 Prozent auf 70,6 Milliarden Kilowattstunden, was den höchsten jemals ermittelten Jahreswert seit Beginn der Zeitreihe 2018 darstellt. Der Gasanteil an der inländischen Stromproduktion lag bei 16,1 Prozent.

Die Strommenge aus Kohle blieb nahezu unverändert. Mit 96,8 Milliarden Kilowattstunden fiel sie 0,5 Prozent geringer aus als im Vorjahr, ihr Anteil an der Gesamtproduktion betrug 22,1 Prozent. Insgesamt blieb damit Kohle ein bedeutender Erzeuger in der deutschen Strombilanz.

Handel mit Strom und langfristige Entwicklung

Im grenzüberschreitenden Handel verringerte sich die nach Deutschland importierte Strommenge im Jahresvergleich um 2,6 Prozent auf 79,6 Milliarden Kilowattstunden. Die Exporte stiegen um 8,7 Prozent auf 60,2 Milliarden Kilowattstunden. Deutschland importierte damit weiterhin mehr Strom als es exportierte, der Importüberschuss verringerte sich aber um 26,2 Prozent auf 19,4 Milliarden Kilowattstunden.

Betrachtet man den Zeitraum seit 2018, zeigt sich ein deutlicher Strukturwandel. Die inländische Stromeinspeisung ist gegenüber 2018 um 22,7 Prozent gesunken. Damals wurden 566,8 Milliarden Kilowattstunden erzeugt, 2025 waren es 438,2 Milliarden Kilowattstunden. Die verfügbare Strommenge im deutschen Netz, also die inländische Erzeugung zuzüglich Importe abzüglich Exporte, lag 2025 bei 457,6 Milliarden Kilowattstunden und damit 11,7 Prozent unter dem Wert von 2018.

Seit 2023 wird in Deutschland überwiegend Strom aus erneuerbaren Quellen erzeugt. Im Vergleich zum ersten Erhebungsjahr 2018 stieg die Einspeisung aus erneuerbaren Energien bis 2025 um knapp ein Viertel.

Methodische Hinweise

Die vorläufigen Daten des Statistischen Bundesamtes erfassen alle Anlagen in Deutschland, die Strom in das Netz für die allgemeine Versorgung einspeisen. Nicht enthalten sind unter anderem Eigenverbrauch in Industriekraftwerken oder direkt vor Ort genutzter Solarstrom privater Haushalte. Die Statistik berücksichtigt zudem Netzverluste sowie den Saldo aus Importen und Exporten. Weitere Details und monatliche Zeitreihen stellt das Bundesamt in seiner Datenbank bereit.

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